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MERCHANT & FRIENDS – The Coffee Roasters

Chris Drüke von Merchant & Friends
DER ACHTSAME KAFFEEJUNKIE
Chris Drüke von Merchant & Friends - The Coffee Roasters hat einen eindrucksvollen Lebenswandel durchlebt. Vom energie- und stressgeladenen Salesmitarbeiter in einem Großkonzern hinzu einem achtsamen und ausgeglichenen Teil einer harmonischen Start-up Truppe. Merchant & Friends eröffnet für uns die Kategorie Kaffee mit einer tollen Firmengeschichte, unfassbar geilen Kaffeesorten und der Liebe zu Detail und Perfektion. Die Rösterei ist ein wichtiges Element im Konzept der Hermannsdorfer Landwerkstätten. Chris erzählt uns im Interview, warum eine 60-70-Stunden-Woche mit Firmenwagen etc. nicht erstrebenswert ist, warum er sein neues Team richtig feiert und was Designmagazine für eine Rolle in seinem Leben spielen.
INTERVIEW mit DOMINIK HASELBAUER von ThinxGreen
Hi Chris, kannst du dich kurz in ein paar wenigen bis vielen Sätzen vorstellen?
Hi, ich bin Chris Drüke und bin 33 Jahre alt. In den letzten Jahren habe ich mich beruflich im Konzernumfeld durch das altbekannte Hamsterrad gefräst und dabei versucht einen guten Job zu machen. Mittlerweile habe ich erkannt, dass die Industrie und dieses starre Konzernumfeld mich langfristig nicht erfüllen und glücklich machen kann. Mit Andi, dem Gründer von Merchant & Friends, bin ich schon länger befreundet und wir haben in den letzten Jahren immer wieder coole Erlebnisse geteilt. Nach vielen lockeren Gesprächen bezüglich beruflicher Zukunft kam für mich der Zeitpunkt, endlich zusammen zu starten. Seitdem habe ich nicht mehr das Gefühl, dass ich morgens zur Arbeit gehe und mir ein stressiger Alltag bevorsteht. Das ist ein dankbares Gefühl, vor allem in der aktuellen Zeit.
Welchen Bereiche und Aktivitäten hast du übernommen in deiner Rolle bei Merchant & Friends?
Ich baue derzeit die beiden Bereiche Marketing und Sales auf. Unser Ziel ist hier, neben dem klassischen Marketing, Mehrwerte zu schaffen für alle Menschen, welche wir erreichen können. Wir wollen dafür sorgen, dass Menschen über unseren Kaffee hinaus etwas wiederbekommen. Vor allem in der aktuellen Phase von COVID sollte man auf seine Mitmenschen besonders achten. Viele Menschen sind gerade einsam und fühlen sich nicht wohl und sicher. Unsere Markenbotschafter sollten nicht nur der hippe Rennradfahrer oder der coole Skateboarder sein. Ich will von vielen verschiedenen Menschen erzählen, die es schaffen, 5 Minuten aus dem Alltag auszubrechen und sich eine Auszeit mit einem guten Kaffee nehmen.
Wie hast du gemerkt, dass es an der Zeit ist das konservative Konzernumfeld zu verlassen und in die dynamische Start-up Welt einzutauchen?
Ich hatte immer das Gefühl, dass es kein Leben nach dem Konzern geben wird. Ich hatte einen Firmenwagen, Handy, iPad, MacBook; Benefits ohne Ende. Das Problem war, dass ich einfach nicht glücklich und erfüllt war. Das stand im Gegensatz zu meinem berufliche und privaten Ziel, so zufrieden und erfüllt wie möglich sein. Vor gar nicht mal so langer Zeit hat mir auch mein Körper gezeigt, dass meine, als normal wahrgenommene, 60-70-Stunden-Woche langfristig ihr Opfer fordert. Das war das Resultat einer Phase mit übermäßigen Stress. Ich musste aus diesem Alltag, in dem wir alle leben, raus. Ich musste die Notbremse ziehen. Da rücken die materiellen Dinge absolut in den Hintergrund. Wichtig ist, die Gesundheit und die Harmonie.
Kannst du uns ein bisschen was über deinen Werdegang erzählen?
Ich bin in Ostwestfalen aufgewachsen, an der Grenze zum Ruhrpott, da wo man richtig hartes Arbeiten gelernt hat und gewohnt ist. Ursprünglich komme ich aus der Heilerziehungspflege. Eine Mischung aus Spaß, Neugierde und Langeweile hat mich dazu gebracht, eine Frisörausbildung abzuschließen. Über die Ausbildung bin ich dann zu L'Oreal Paris und zu einem großen Zeitungsverlag gekommen. Nebenbei habe ich dann noch den Betriebswirt gemacht. Ich arbeite seitdem ich 16 bin, habe aber nie studiert.
"Ich musste die Notbremse ziehen. Da rücken die materiellen Dinge absolut in den Hintergrund. Wichtig ist, die Gesundheit und die Harmonie."
Wow, das ist ja echt ein sehr toller Weg den du da eingeschlagen hast. Was hat dir zu diesen puren, hochmotivierten Einstellung verholfen?
Natürlich gibt es die eine oder andere Herausforderung, wenn du aus einem 1000 Seelen Ort kommst und Frisör lernst. Mir war nicht richtig klar was ich machen möchte, was mein Ziel ist. Was mir klar war ist, was ich nicht machen möchte. Dann bin ich einfach mal losgelaufen und habe mich ausprobiert. Dem Familien- und Verwandtenkreis wäre es natürlich am liebsten gewesen, dass ich einen sicheren Beamtenjob mit dazugehöriger Beamten-Besoldungsstufe angenommen hätte. Mittlerweile versuche ich vielen jungen Leuten ans Herz zu legen, dass es wichtig ist, sich auf Dinge zu konzentrieren, die einem Spaß machen und Freude bereiten. Ziel sollte nicht der statischer Job mit dazugehöriger gleichbleibenden Besoldungsstufe sein, falls dich dieser nicht glücklich macht. Inzwischen studiert gefühlt ein großer Teil mit dem Ergebnis, einer von sehr vielen in ihrem/seinem Bereich zu sein. Ich habe mich bei einem Konzern beworben, welcher genau nach Typen wie mir gesucht hat. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass wenn du für etwas brennst, bist du egal mit welcher Ausbildung 1000 mal wertvoller als jeder der nicht diese Einstellung teilt. So stellen wir uns auch in der Rösterei auf. Jeder kommt aus irgendeiner Ecke und bringt etwas mit was sie oder er gut kann. Was uns verbindet ist der harte Weg um letztendlich in den harmonischen Hafen von Merchant & Friends anzukommen. Das ist einfach großartig, dass sich all diese coolen Leute, mit dem Herz am richtigen Fleck, hier zusammengefunden haben. Die 7-8 Stunden, die wir hier jeden Tag zusammen verbringen, wollen wir einfach eine gute Zeit haben.
Es ist immer wieder faszinierend, welchen Weg Menschen einschlagen und wo sie am Ende des Tages dann auch landen und glücklich sind.
Ja total. Wenn ich jetzt so überlege, wir beiden hätten einfach mit 16 eine Ausbildung zum Zimmermann gemacht, du hättest nicht studiert und ich nicht meine Experimentierphase durchgemacht. Wir hätten heute ein Unternehmen mit 20 Angestellten, wären Zimmermanns-Meister und würden eine Haus nach dem anderen bauen. Wir würden richtig Geld verdienen, richtig viel Geld mit einem geilen Produkt.
Kannst du mir einen Einblick in die Historie von Merchant & Friends geben?
Entstanden ist das ganze vor knapp 11 Jahren. Andi Merchant, der Gründer und Inhaber dieser tollen Rösterei, kommt ursprünglich aus der Medizinbranche. Andi war aber schon immer in seinem Kaffeegame zu Hause, hat das immer schon geliebt, schon bevor es so hip und groß wurde, wie es heute ist. Angefangen mit dem Rösten hat er mit einem kleinen 5 Kilo Ofen, aus reinem Gusto und Neugierde. Aus dieser Passion ist irgendwann was Größeres geworden. Ich frage mich ganz oft warum Menschen erfolgreich werden. Der Weg den Andi gegangen ist, ist einfach der Klassiker. Du hast Bock auf irgendetwas und findest das richtig cool. Mit der Zeit realisierst du einfach gar nicht mehr, dass du dich nicht mehr bremsen kannst und einfach weitermachst. Er arbeitet hier mit den krassesten und besten Materialien und Maschinen, die am Markt erhältlich sind. Andi's Credo ist die Arbeit so genau und professionell wie möglich zu machen, weil ungenau wird es von alleine.
"Er arbeitet hier mit den krassesten und besten Materialien und Maschinen, die am Markt erhältlich sind. Andi's Credo ist die Arbeit so genau und professionell wie möglich zu machen, weil ungenau wird es von alleine"
Und jetzt mal ganz ehrlich, wie schmeckt dir selbst Euer Kaffee?
Ich habe in meiner Konzernzeit im Außendienst jeden Tag in vielen verschiedenen Cafés gesessen und gearbeitet. Der Kaffee von Andi in Verbindung mit der Location hier hat mir so gut geschmeckt, dass es mir mittlerweile schwer fällt woanders und anderen Kaffee zu trinken. Ich habe mich schon damals gefragt, warum der Kaffee so verdammt gut ist. Wenn du das machst, worauf du Bock hast wird es immer das Potenzial haben etwas Großartiges zu werden. Ein weiteres gutes Beispiel ist eure Seite (www.thinxgreen.de): ich schaue mir das Ding an und werde sofort abgeholt: Großartig.
Eure Unternehmensheimat sind ja die Hermannsdorfer Landwerkstätten (www.herrmannsdorfer.de). Wie kam es zu dieser Kooperation?
Andi hatte von Anfang an hier so eine kleinen Raum angemietet, um sich auszuprobieren. Nach und nach ist die Kaffeeproduktion immer größer geworden. Dann kam irgendwann unser Röstmeister Lienhart dazu, der vorher viel in der Gastronomie gearbeitet hat. Die zwei haben sich alles selbst angeeignet und sind immer größer geworden.
Wenn du mal in Euer Unternehmen reinhörst, was ist der Geist bzw. die Seele des Unternehmens?
Das zu beschreiben kann ich ziemlich gut, weil es ein schönes Gefühl und mit vielen positiven Emotionen verbunden ist. Alle Menschen, die hier arbeiten oder uns besuchen, kommen gerne aufgrund der guten Schwingungen. Hier passieren einfach gute Dinge. Wir haben alle Bock richtig guten Kaffee zu machen und wir haben mindestens genauso viel Bock mit unseren Mitmenschen zu schwingen und etwas zu erleben. Als wir Kontakt aufgenommen haben Dominik, wusste ich sofort, dass da etwas Positives aufgebaut wird. Ich hatte in meinem früheren Berufsleben mit vielen schwierigen Charakteren zu tun und bin sehr froh, dass wir hier in der Rösterei eine arschlochfreie Zone geschafften haben. Wegen diesem Spirit haben wir die Kraft, vor allem Andi und Lienhart, immer wieder geile neue Sachen zu kreieren. Früher hatte ich eine riesige Anzahl an Meetings mit verschiedensten Salesleuten. Eine Entscheidung zu treffen hat gefühlt eine Ewigkeit gedauert. Wenn man hier eine gute Idee hat, quatschen wir abends kurz drüber und morgens setzen wir uns zusammen und legen los. Das wirst du bei deinem Besuch live sehen.
Wie hat sich diese berufliche Veränderung für dich auch im privaten bemerkbar gemacht?
Privat hat sich auf jeden Fall eine Menge bei mir verändert. Ich lebe wieder. Ich habe z.B. mittlerweile abends wieder Bock draussen mit meiner Katze zu spielen. Meine Frau schaut mich dann immer verwundert an und ist glücklich, weil sie mich lange nicht mehr so ausgeglichen gesehen hat. Ich bin einfach nur froh, dass ich den Mut aufgebracht habe, aus diesem Hamsterrad auszutreten.
Von deinem Einkaufsverhalten, hat sich hier was verändert? Bist du bewusster und achtsamer geworden?
Ich habe davor immer in so Parallelwelten gelebt. Auf der einen Seite habe ich schon immer sehr nachhaltig gelebt, ohne es an die große Glocke zu hängen. Ich habe seit ungefähr 1.5 Jahren außer Sportkleidung keine Klamotten mehr gekauft. Mein Kleiderschrank ist voll, ich habe genug Sachen. Ich gebe mittlerweile hauptsächlich Geld für Kaffee, guten Sirup, solche Sachen aus.
Was macht euch als Kaffeeanbieter besonders?
Das Alleinstellungsmerkmal wäre bei uns der bedingungslose Weg für den perfekten Kaffee. Es gibt viele gute Anbieter von Kaffee. Dennoch habe ich noch in keiner Branche Menschen so akribisch nach dem Perfekten streben gesehen, wie in der Rösterei Merchant & Friends.
Was ist Eure Zielgruppe?
Das ist schwer zu beantworten. Ich kann dir sofort beantworten welche Zielgruppe uns aktuell kauft. Spannenderweise hat uns letzte Woche eine 70 jährige Frau geschrieben, dass sie es schade findet uns nicht mehr besuchen zu können. Ihre Lieblingskaffee ist unser Seven Espresso. Wir haben viele Kunden zwischen 25-45 Jahren, coole Bergleute und Sportler. Das ist so unser Grundrauschen. Ich wünsche mir noch mehr diversifiziertes Publikum bei uns auf dem Hof und im Kundenkreis. Diese großartigen Extremsportler sollten nicht der Maßstab sein, jeder ist bei uns willkommen tollen Kaffee zu genießen. Wir brauchen neben den Superhelden auch alle anderen Alltagshelden.
Was sind deine Inspirationsquellen?
Ich bin der totale Magazinjunkie. Leider gebe ich dafür sehr viel Geld aus und in unserer Wohnung liegen u.a. unfassbar viele Designmagazine rum. Ich liebe einfach ästhetisch gut aufgemacht Medien, die inspirieren mich total. Vor 10 Jahren habe ich angefangen Bücher von Eckart Tolle zu lesen. Das ist die Schnittstelle, das hat mich total abgeholt und hilft mir auch immer Ding aus anderen Blickwinkeln wahrzunehmen. Tolle sagt ganz klar, jetzt haben du, der Dominik, und ich eine gute Zeit, weil wir ein gutes Gespräch führen. Klar verfolgen wir daneben noch ein gewisses Business. Aber es geht genau um diesen einen Moment. Der jetzige Moment ist immer gut. Und bei solchen Magazinen geht es nur um den schönen Moment, sich schöne Momente zu kreieren.
Wie siehst du unsere Generation? Welche Herausforderungen sind bei uns anders als bei den älteren und jüngeren?
Wir haben echt richtig schlimme Probleme. Unsere Großeltern, die haben nach dem Krieg ein Haus gebaut und für die war die Familie alles. Die konnten sehr smooth auch zur Ruhe kommen. Unsere Eltern haben einfach gearbeitet, gemacht und weiter aufgebaut. Das war die Zeit des Haustelefons. Man hat sich für einen bestimmten Zeitpunkt verabredet und hat sich auch zu diesem Zeitpunkt getroffen. Es war viel Verbindlichkeit vorhanden, weil es keine andere Chance gab. Jetzt gibt es uns, wir haben alle Möglichkeiten. Aber wir gehen kaputt an diesen Möglichkeiten und digitalen Reizen. Wir sind noch in dieser alten, analogen Welt aufgewachsen und für uns ist dieses neue digitale Zeitalter eine komplett neue Lebensphase.
„Aber es geht genau um diesen einen Moment. Der jetzige Moment ist immer gut."
Wie siehst du die kommenden Generationen?
Ich glaube die nächste Generation ist wieder mehr Back-to-the-roots. Die Mädels und Jungs denken über unsere Generation: "Alter was ist eigentlich mit Euch los?" Für diese digitale Generation ist die technologische Geschwindigkeit mit immer neuen Apps und Möglichkeiten normal. Sie kennen es nicht anders.
Ich bin mega geflashed von der letzten Stunde und freue mich sehr dass du deine Harmonie bei Merchant & Friends gefunden hast. Vielen Dank für das Interview Chris.
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CHIRON

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